Chiquilín de Bachín

Text: Horacio Ferrer
Musik: Astor Pazzolla
Jahr: 1968

Por las noches, cara sucia
de angelito con bluyín,
vende rosas por las mesas
del boliche de Bachín.
Si la luna brilla
sobre la parrilla,
come luna y pan de hollín.

Cada día en su tristeza
que no quiere amanecer,
lo madruga un seis de enero
con la estrella del revés,
y tres reyes gatos
roban sus zapatos,
uno izquierdo y el otro ¡también!

Chiquilín,
dame un ramo de voz,
así salgo a vender
mis vergüenzas en flor.
Baleáme con tres rosas
que duelan a cuenta
del hambre que no te entendí,
Chiquilín.

Cuando el sol pone a los pibes
delantales de aprender,
él aprende cuánto cero
le quedaba por saber.
Y a su madre mira,
yira que te yira,
pero no la quiere ver.

Cada aurora, en la basura,
con un pan y un tallarín,
se fabrica un barrilete
para irse ¡y sigue aquí!
Es un hombre extraño,
niño de mil años,
que por dentro
le enreda el piolín.

Chiquilín,
dame un ramo de voz,
así salgo a vender
mis vergüenzas en flor.
Baleáme con tres rosas
que duelan a cuenta
del hambre que no te entendí,
Chiquilín.

Kleiner Junge vom Bachín

In den Nächten, schmutzgesichtig,
ein kleiner Engel in blauen Jeans,
verkauft  Rosen an den Tischen
in der Kneipe von Bachín.
Wenn der Mond sein hellstes Licht,
über’m Grillhaus gleißen lässt,
verspeißt er Mond und Brot aus Ruß.

Ein jeder Tag kommt trist daher,
lässt keine Hoffnung keimen,
ein 6. Januar legt ihn rein,
mit einem Stern der Pech nur bringt,
derweil drei Gaunerkönige,
seine Schuhe stehlen,
den Linken und den anderen dazu!

Kleiner Junge,
gib mir einen Wörterstrauß,
auf dass ich die Blüten
meiner Schamesröte feilbiete.
Treffe mich, mit drei Rosenschüssen,
begleichen soll ihr Wundenschmerz,
den Hunger, den ich in dir,
kleiner Junge,
nicht zu erkennen verstand.

Wenn die Sonne allen Kindern,
Lernschulkleider überstreift,
lernt er alle Nullmaleinse,
die zu wissen ihm noch fehl’n.
Und schaut er wie seine Mutter,
auf der Straße Runden dreht,
würd’ am liebsten er’s nicht seh’n.

Im Müll, zu jeder Morgenfrühe,
mit Brot und Nudelband,
baut er sich einen Drachen,
will fort und bleibt doch da!
Ein seltsamer Mensch ist er,
ein Kind von tausend Jahren,
dem sich die Lebensschnur verheddert.

Kleiner Junge,
gib mir einen Wörterstrauß,
auf dass ich die Blüten
meiner Schamesröte feilbiete.
Treffe mich mit drei Rosenschüssen,
begleichen soll ihr Wundenschmerz
den Hunger, den ich in dir,
kleiner Junge,
nicht zu erkennen verstand.